Donnerstag, 31. Dezember 2020

Lieber Herr Berset. Weihnachten haben wir heuer gefeiert wie Kevin: allein zu Hause. Und dieses Silvester halten wir uns an die 90jährige Miss Sophie, die uns seit Jahren zeigt wie Social distancing mit den besten Freunden funktioniert. So werden auch wir ein Dinner for one geniessen, über das Tigerfell samt Kopf hinweg auf unsere Freunde anstossen, die nicht an unsrem Tisch sitzen und trinken uns das 2020 schön! Skål! Je mehr, desto schöner. Prost! Viva! Cheers! Natürlich rechnen wir mit einem bösen Erwachen im 2021. Aber dann, dann kanns nur noch besser werden. Das wünsch ich mir für uns alle sehr! Merciviumau!

Mittwoch, 23. Dezember 2020

 

Lieber Herr Berset. So knapp vor Weihnachten haben wir ja nochmals ein wenig an den Regeln geschraubt. Für die geplagten Städter, die jetzt in Graubünden ihre Feiertage verbringen, gibt es kleinere Einschränkungen wie zum Beispiel Tageskontingente in der Skiregion (hat es dafür würkli eine Pandemie gebraucht, wer ist denn schon gerne dort, wo man auch zum Herunterfahren anstehen muss?) oder geschlossene Restaurants im Skigebiet. Takeaways hingegen dürfen offen sein, somit sämtliche Schneebars flugs zum Drive-in umfunktioniert worden sind. Oder die Lieferung erfolgt direkt an den Pistenrand. Dort steht dann Vreni Schneider mit einem Kaffi parat. Und schunkelt und singt für ein paar längere Sekunden dabei. Oh neiii, jetzt bring ich die Melodie grad nicht mehr aus dem Kopf! Gopf. Aber bis morgen sollte das O du Fröhliche unterm Tannenbaum wieder klappen. Und sonst wirds wohl eine Stille Nacht. Schöne Weihnachten allerseits, passt auf euch und bleibt gesund! Merciviumau!

Mittwoch, 9. Dezember 2020

Lieber Herr Berset. Ui, da hats Ihnen aber gestern den Nuggi rausgehauen und päng, haben Sie ein nationales Machtwort gesprochen. Fertig lustig mit Kantönligeist! Ja, ja, ja, jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, wir schmälern das Bruttosozialprodukt! Polizeistunde um 19 Uhr, gilt für Heizpilze ebenso wie für Einbrecher (mit dem vielen Homeoffice ist ihr Geschäft ja total eingebrochen), maximal 5 Personen daheim, das sechste Familienmitglied könnte man ja unter einen Heizpilz setzen, der nun abends vom Restaurant eh nicht gebraucht wird, Stichwort: Synergien nutzen. Fitnesscenter werden am Sonntag geschlossen sein, da folgen Sie dem dritten Gebot, am heiligen Sunntig sollen wir ruhen. Alles easy also! Und Weihnachten, da dürfen sich 10 Personen ohne Probleme unter einem Christbaum finden. Aber hey, finden Sie mal 10 Personen ohne Probleme! Merciviumau!

Sonntag, 22. November 2020

Lieber Herr Berset. Jetzt schreibe ich Ihnen ja schon ziemlich lange. Gut, zugegebenermassen ist die Korrespondenz ein wenig einseitig. Deshalb käme es mir auch nicht in den Sinn, Ihnen von einer «ausstehenden Schuld» zu schreiben und hundertuusig Franken zu fordern. Das Erpressen ist sowieso nicht so meins. Auch habe ich keine Ferien-Fotos, die Sie belasten könnten. Nach Ligurien wollten Sie uns ja nicht begleiten. Nun aber kritisiert der Herr Mörgeli in der Weltwoche, dass das Foto, das die Erpresserin Ihnen zugestellt hat und auf dem Ihr Kopf und nicht etwa ein anderes Berset-Teili zu sehen ist, von der Bundesanwaltschaft bereits gelöscht wurde. Auch alle anderen Daten, die im Zusammenhang mit Ihnen und der Dame standen, wurden ausradiert. Kaum zu glauben, dass der Herr Lauber, damals noch im Amt, auch tiffig handeln konnte. Unter uns gesagt, es nimmt mich ja schon es bitz Wunder, was da vor acht Jahren geschehen ist. Ich hab kurz gegoogelt, wenn ich Berset Bundesrat eingebe, ist der erste Vorschlag Muriel Zeender Berset und der zweite Berset Scheidung. Ui, das finde ich, haben Sie nicht verdient. Bleiben Sie gesund und an Weihnachten zu Hause. Wo auch immer das dann ist. Merciviumau.

Sonntag, 11. Oktober 2020

 

Lieber Herr Berset
Ich hoffe, Sie haben schöne Herbstferien gehabt. Wir auch. Wir mussten ja die Pläne ein wenig ändern, Sie haben ja kurz vor unserer Abfahrt in den Süden Ligurien auf die Quarantäne-Liste gesetzt. Unter uns, lieber Herr Berset, wir sind trotzdem gefahren. Der Hotspot lag ja 160 km entfernt. Ligurien hat weniger Fallzahlen als die Schweiz. Und trotzdem sagt das BAG, es sei jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, die Quarantäne-Regel anzupassen. Ja, wann denn, lieber Herr Berset? Im 2050? Selbstverständlich haben wir uns trotzdem an Ihre Quarantäne-Guillotine gehalten und offiziell beim Ärztetelefon abgeklärt: Tag 1 ist nach dem Abreisetag aus dem Risikogebiet. Wir sind also danach erst ein paar Tage durch die Toskana gekurvt, ein wenig im Veneto gewesen (ui, das ist ja ab heute Mitternacht auf Ihrer Liste – aber das Covid schlägt dort erst nach 12 Uhr so richtig zu!) und durchs Tirol ins Allgäu gerauscht. Das Allgäu hat übrigens Tirol als Risikozone benannt, daher sind wir dort nicht ausgestiegen. Die Schweiz hingegen ist den Tirolern milde gestimmt, stossen sie ja ans Liechtenstein und mit Landeck an Graubünden. Wussten Sie, dass Landeck ein hohes Risiko hat, schauen Sie nur mal auf die Corona-Ampel-Karte der Österreicher. Aber für Grenzgänger gelten ja wieder andere Corona-Quarantäne-Regeln, n’est pas? Diese zu ändern ist wohl ebenfalls nicht der richtige Zeitpunkt, wo hab ich das bloss schon mal gehört? Inzwischen sind wir zu Hause, fühlen uns so gesund wie zu Ferienbeginn und haben brav das Formular für Einreisende aus Risikogebieten ausgefüllt. Und uns für drei verbleibende Tage in die häusliche Quarantäne gesetzt. Heute ist übrigens unser letzter Tag. Vielleicht wollen Sie ja noch kurz kontrollieren, ob ich Ihnen auch wirklich von daheim aus schreibe? Merciviumau!

Samstag, 26. September 2020

Lieber Herr Berset. Gestern haben Sie Ligurien auf die Quarantäne-Liste gesetzt. Päng! Und damit unsere Ferienpläne abgeschossen. Denn genau heute hätten wir dahin fahren wollen. Asoneiaberau!! Jetzt haben wir das Hotelzimmer stornieren müssen. 160 Kilometer vom Hotspot La Spezia entfernt. La Spezia liegt ja gefährlich nah an der toskanischen Grenze. Toskana aber kommt nicht auf die Liste, sagen Sie. Vielleicht weil das BAG schon längst dort ein Reka-Haus für die Herbstferien gebucht hat? Im restlichen Ligurien gibt es übrigens viel tiefere Fallzahlen. Ähnlich wie in der Schweiz. Darum hat sich gestern noch die ligurische Regierung bei Ihnen gemeldet und Sie gebeten, nicht die ganze Region auf die Quarantäne-Liste setzen. Sie schütteln jedoch den Kopf, no no Ligurien ist Ligurien und damit basta! Wo kommen wir denn hin, wenn wir genau hinschauen würden und nur dort die Leute in Quarantäne schicken, die sich in einem Hotspot umamt haben? Nach Lausanne zum Beispiel. Aber wir fahren nun haarscharf an La Spezia vorbei und lassen uns 20 km nach der Grenze in Forte dei Marmi nieder. Toskana ist ja auch schön. Also glaubs. Die Rechnung vom Hotel dürfen wir ja dann Ihnen schicken. Merciviumau!

Dienstag, 1. September 2020

Lieber Herr Berset. Corona ist also noch längst nicht geschluckt. Die Wirte können sich zwar auf den Winter freuen, weil sie mit Heizpilzen etwas Wärme in den Aussenbereich schleudern dürfen. Das ist natürlich für die Gäste angenehm, so muss das Schnipo bei kalten Temperaturen nicht am Teller festfrieren. Und selbst die Stange schäumt weiterhin. Apropos Bier: Morgen will der Bundesrat entscheiden, ob ab dem 1. Oktober, wenn die 1000-er Regel fällt und Grossveranstaltungen wieder möglich sind, der Alkoholausschank in Stadien verboten werden soll. Alkohol und viele Menschen sind eine gefährliche Mischung, sagen Sie. Wobei viel Alkohol und wenig Menschen auch nicht ganz ohne ist. Dieses Verbot würde nur beim Sport gelten, Musikanlässe wären davon ausgenommen. Dabei ist doch grad mancher Fussballmatch nur mit Alkohol zu ertragen. Nun, mir ist das eigentlich ziemlich Wurst, lieber Herr Berset, ich finde Bier durch die Maske gefiltert eh nicht fein. Aber für die gebeutelten Süd- und Nordkurven-Fans sollten Sie das vielleicht morgen nochmals diskutieren. Die müssen ja schon ihre Pyros ins Stadion schmuggeln, wie wollen sie denn noch die vielen Bierdosen an der Eingangskontrolle vorbeibringen? Merciviumau.