Samstag, 29. September 2018

Und zack, die Autotüre selbst zugeschlagen!


Welche Aufregung in den letzten Tagen im Königreiche England! Die Herzogin Meghan war ohne ihren Gemahl, ihr wisst schon, Prinz Harry, ein Enkel der Queen Elizabeth, der an sechster Stelle der britischen Thronfolge steht, die Meghan also alleine unterwegs in einer Limousine auf dem Weg zu einer Eröffnung irgendeiner Ausstellung in London. Und nein, der Tumult im Königsstaat nicht, weil die Meghan die Limousine selbst gesteuert hat, aber Obacht, nicht weniger brisant, sie hat beim Aussteigen aus dem Fahrzeug doch tatsächlich...

Schwierig zu erklären. Und in Worte zu fassen.

Doch ich versuchs: Die Limousine fährt vor. Ein Mann im Smoking begrüsst Meghan und schüttelt ihre zarte Hand, schaut ihr dabei tief in ihre dunklen Augen und danach lange hinterher, wie sich ihre schlanken Beine in den hübschen, absatzträchtigen Schuhen beim Weglaufen trittsicher auf dem Boden vorwärtsbewegen. Respekt, hat er sich dabei gedacht, auf solchen Dingern könnte er nie laufen...

Muss er auch nicht! Seine Aufgabe war klar: Ich öffne die Autotüre der Herzogin, begrüsse sie und dann: Schliesse ich hinter ihr die Autotüre wieder zu!

Und die Herzogin? Sie nimmt die Hand des Herrn im Smoking entgegen, lächelt und – Achtung, passt auf (!) – schliesst mit der anderen Hand nonchalant die Autotüre selbst zu! Skandal!!!! Unmöglich! Geht ja gar nicht! Die Herzogin und Ehefrau des Prinzen und Thronfolgeanwärter Nummero sechs schliesst eine Autotüre!! Selbst!!! Wo sind wir denn?

Im Königreich England. Genau. Das sonst keine Probleme hat. Höchstens vielleicht noch es bitz Brexit.

Und was sagt das uns Normalsterblichen? Knallen wir doch weiterhin unsre Autortüren selbst zu, aber hey, fühlen wir uns dabei einfach ein wenig königlich. Cheers!

Dienstag, 7. August 2018

Der letzte Bikini-Schrei: Upside down


Das italienische Model Valentina Fradegrada – wie, noch nie von ihr gehört? – hat einen neuen Trend erfunden: Das Bikini-Oberteil verkehrt herum tragen! Ach so, sie ist die Erfinderin von diesem sensationellen Hype?! Dabei wars, unter uns gesagt, ja bloss ein Versehen, wie bei ihrer dreijährigen Nichte, beim ersten Versuch so ein Oberteili alleine anzuziehen. «Schau, Zia Valentina, ich habs geschafft!», soll sie stolz gesagt haben. Die Tante wollte das Maitli natürlich nicht enttäuschen und stülpte ihren Bikini ebenfalls verkehrt über. Und wow, so viel eigene Brust hatte sie noch nie gesehen! Schnell ein paar Fotos davon auf Insta ihren Freundinnen zugeschickt und schon trugen auch sie alle das Bikini zunderobsi.

Mit «verkehrt herum» meint Valentina nicht, dass die Körbchen auf dem Rücken getragen werden, nein, sondern, dass die Träger unterhalb des Busens verknotet werden, der Verschluss liegt also oben und zack, erscheinen die Brüste grösser. Hä? Capisci? Dazu hat die fleissige Influencerin Fradegrada ein Instagram-Profil erstellt: @upsidedownbikini_official. Damit eben jeder erfahren kann, wie das auszusehen hat. Wie das Schnüren unterhalb der Brüste diese zu einer imposanteren Oberweite aufquellen lässt als die ursprünglich im Körbchen aufgefangenen. Tschäggsch? Wichtig, dass der Verschluss das Ganze nicht nach unten drängt und so der Busen hängt. Dazu bräuchte es nämlich wieder ein neues Insta-Profil @downboobs_oops_official. Oder @fallenfruits_official. Aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob das zu einem Hype reicht.

Freitag, 13. April 2018

Wow - und jetzt kommt die Scheidungs-App


Nachdem du also deinen Mann, wahlweise deine Frau, auf Tinder-App gefunden und richtig und ausgiebig getestet, ihn, wahlweise sie, geheiratet hast, dann, jawoll dann ist das Glück molto perfetto. Das geht nicht nur dir so, sondern auch vielen Hollywood-Stars. Denken wir nur mal an Brad Pitt und die Angelina Jolie. Unabhängig davon, wie sie sich kennengelernt haben. Einige Zeit hängt der Himmel voller Geigen, es wird musiziert und gesungen, Kinder kommen zur Welt, laufen barfuss über Blumenwiesen, alles ist wunderbar. Doch eines Tages verlässt das Glück den Mann, sie nimmt es einfach mit und er bleibt ganz allein zurück. Und jetzt?

Die Scheidung. Wer Hollywood-Star ist, greift natürlich sofort nach der Top-Anwältin Laura Wasser. Ja, Wasser wie Wasser halt. Glamouröser wäre natürlich Laura Mouton Rothschild. Oder Laura Dom Pérignon. Ihre Eltern, übrigens beide Anwälte, haben sich beim Namen ihrer Tochter, nach dem zweiten Glas Champagner, durchaus etwas gedacht: Sie haben nämlich das Maitli Laura Allison getauft! Mit dem Hinweis, den Namen Wasser stets zu behalten, denn so lauten ihre Initialen: LAW! Das englische Wort für Recht! Nomen est omen, jetzt noch Anwältin werden und zack, die beste Visitenkarte ever!

Hat sie dann gemacht. Und dies sehr erfolgreich. Wer also zu LAW will, muss einen Vorschuss von 25'000 Dollar zahlen. Ihr Stundenansatz ist 850 Dollar. Geht doch, sagte sich die hübsche Angelina und engagierte die schöne Anwältin, die übrigens meist schwindelerregende Louboutins trägt, ihr wisst schon, die mit den roten Sohlen, wie unsereins All-Stars. Ihr wisst schon, die mit den Gummisohlen.

LAW weiss, dass es draussen in der Normalo-Welt Menschen gibt, die sich nicht mal einen Bruchteil ihrer Portokasse leisten könnten. Daher hat sie nun eine App ins Leben gerufen. Grad heut in einer Zeit, wo die Leute eh schon alles online erledigen, shoppen, Partner suchen, weshalb ihn nicht auch wieder auf selbigem Kanal versenken? Mit einem Klick auf „itsovereasy“ und schon ist er weg. Hey, eine Scheidung muss imfall nicht teuer sein, nein, alles easy, bereits mit 750 Dollar bist du voll dabei. Damit ists schon fast over. Unter uns, ein Schnäppchen ist das! Wenns online noch es bitz harzt, dann kannst du dich immer noch per Chat an einen Mediator oder Anwalt wenden, sagt LAW, dies wiederum kostet dann halt ein wenig extra. Aber gemeinsam könnt ihr einen Online-Sorgerechtskalender für die Kinder aufschalten. Die Unterhaltskosten grad per Online-Banking überweisen.

Tolle Sache. Momoll.

Dienstag, 10. April 2018

Ein Amigo für zwei Stutz!


Hola Amigos, 2 Stutz por favor!
Hey, das ist doch mal eine gute Nachricht. Jetzt, wo Zuckerberg mit Facebook sein Gesicht verliert, startet Migros mit „Amigo“ eine freundschaftliche Charmeoffensive! Entdecke das Social-Shopping-Happening! Wie cool ist das denn? Das Soziale soll im Fokus stehen! „Wir wollen die Leute aus einem Quartier zusammen bringen“, sagt der Migros Sprecher. Ideal für Neuzuzügler oder sozial Rückständige. Lass dir durch wildfremde Freunde deinen Einkauf nach Hause bringen. Für 2 Franken tragen sie dir den Migros-Sack vor die Haustüre! Einfach auf der App registrieren, den Sackträger wählen und zack, hast du deinen Einkauf im Haus ohne dieses je verlassen zu müssen. Wenn du Glück hast, werden die persönlichen Daten der Sackträger mit Elite-Partner.ch abgeglichen und dein zukünftiger Traumpartner überreicht dir einen M-Budget Korb.


Übrigens, die Heks hat seit langem den Lieferdienst „Heks rollt“ im Sozialprogramm. Da liefern Langzeitarbeitslose deinen Einkauf auf einem Elektrovelo nach Hause. Pro Lieferschein bezahlst du 4 Franken, max. 2 Tüten und ein Gesamtgewicht von 20 Kilo. Auch das eine coole Sache also. Einfach ohne App. Dafür vielleicht demnächst mit Zuckerberg als Lieferant.

Donnerstag, 1. Februar 2018

Wenn der Doktor den Goethe zitiert...

Ärzte, die von der Muse geküsst werden, die malen, musizieren und Gedichte rezitieren, sind vielleicht nicht die besseren Ärzte, doch auf alle Fälle sind sie die feinfühligeren. Eine Analyse im „Journal of General Internal Medicine“ hat gezeigt: Angehende Ärzte mit Neigung zu Musik und Kunst bringen mehr Empathie gegenüber Patienten auf und gehen emotional intelligenter auf die Nöte der Kranken ein als der Halbgott in Weiss. Auch sind sie besser vor Burn-out geschützt.
Über 700 zukünftige Doktoren wurden in diese aktuelle Erhebung einbezogen. Derjenige, der ein Instrument spielte - und sei es nur die Flöte zu blasen, hö hö – oder häufiger Konzerte oder Ausstellungen besuchte und ins Theater ging, zeigte sich seltener erschöpft, war offener gegenüber Neuem und empfänglicher für die Gefühle seiner Flöte und seinen anderen Mitmenschen. Und der Kunstgenuss steigerte erst noch sein Wohlbefinden. Der Autor dieser Studie spricht von einem Zusammenführen der linken und rechten Hirnhälfte, zum Wohl der Patienten. Und der Ärzte. Medizinfakultäten sollten daher Studierende ermutigen, sich auch mit Literatur, Kunst und der Musik zu beschäftigen. Statt nur Physik, Chemie und Biologie zu büffeln, sollten angehende Ärzte sich mit Geisteswissenschaften, Sprache und Kunst auseinandersetzen. Wer die Tragödien grosser Literatur, die Gefühlsaufwallungen guter Musik und den Pinselstrich genialer Maler kennt, hat mehr Verständnis für die Bedürfnisse und Leiden seiner Patienten. Und: Es passieren weniger Kunstfehler!

Sonntag, 3. Dezember 2017

#Metoo


#Metoo ist also das Deutschschweizer-Wort des Jahres 2017. So oft wie das in den letzten Wochen und Monaten gebraucht wurde, kein Wunder. Ich will mich gar nicht darüber lustig machen, was all den Frauen passiert ist. Überall auf der Welt. Und nun auch im Bundeshaus. Mais im Bundeshuus, weil Sex im Bundeshuus? Ja, denn in der Wandelhalle sind einige Männer oft schon nach der zweiten Flasche Fendant ihrer Hand nicht mehr mächtig. Erst lag sie noch zart auf der Schulter der Gesprächspartnerin und zack, rutschte sie nach unten, zur Taille und darunter. Kürzlich passiert bei einem CVP-Nationalrat, der zwar schweizweit bekannt ist, nicht weil er unter der Bundeshauskuppel sitzt, sondern besoffen unterm Busch im Garten seiner Geliebten. Der verheiratete Christ. Der auch in Bern dem Alkohol nicht abgeneigt ist und anderntags gar nicht mehr weiss, bei wem seine Hand unterm Röckli gelandet ist. Und vor allem, wie sie dorthin gekommen ist. #Metoo rufen jetzt die Frauen. Und zwar so laut, dass der persönliche Sekretär von Martullo Blocher im Vorzimmer einen Bürotisch aufgestellt hat, auf welchem Listen aufliegen, in die sich #Metoo-Frauen eintragen können. Mit vollem Namen des greifenden Übeltäters, das zumindest fordert Nathalie Rickli, eine SVP-Nationalrätin. Namen sollen fallen, um Frauen zu schützen. Und Männer ebenso. Denn nicht jeder ist ein Frauengrüsel. Und verschickt womöglich noch Dickpics von sich.

Dickpic? Fast hat es dieses Wort auch noch auf das Jahreswort-Podest geschafft. Dickpic ist der Begriff für ein Foto, das ein Selfie von Genitalien zeigt. Männlichen Ursprungs. Dickpic ist nicht zu verwechseln mit dem gemütlichen Picknick. Wobei, das eine vielleicht aus dem anderen entstanden ist? Da liegt der Mann auf der flauschigen Wolldecke, blinzelt in die Sonne und schaut den Vögeln zu, bis ihm schwindlig wird. Er wartet auf seine Angebetete, die sich furchtbar verspätet. Um die Zeit zu überbrücken, lässt er seinen Zipfel leicht duselig, aber lässig aus dem Hosenstall schauen und schiesst davon ein dickes Bild, ein sogenanntes Dickpic. Davon überzeugt, dass es ein hochstehendes Foto ist, leitet er es seiner Freundin weiter, die es sofort in die #Metoo-Whatsapp-Gruppe stellt und zack, das dicke Pic in aller Munde ist.

Apropos Mund: Eine Mutter aus Grossbritannien möchte, dass Dornröschen verboten wird. Zumindest im Kindergarten und in der Schule ihrer Kinder. Denn die Prinzessin wird vom Prinzen im Schlaf auf den Mund geküsst. Ein klarer Fall von einem nicht einvernehmlichen Kuss. Pfui aber auch, meine Herren Grimm.

Dienstag, 22. August 2017

Doktor Wuff


In Bern steht eine Hunde-Uni. Sie gehört zur Abteilung für Tierschutz der Berner Vetsuisse-Fakultät. Hier kann also der Hund studieren, auch wenn er sich am Abend zuvor noch einen Kater eingefangen hat. Der Professor, ein Bär von einem Mann, weist zwischendurch seine Assistentin an, kleine Häppli an die Studi-Meute zu verteilen. Sogenanntes Studentenfutter. Manchmal verputzt die dumme Gans jedoch die Hundeguetzli selbst. Das ist natürlich ungünstig, denn Professor Bär lässt das Futter ja nicht ohne Hintergedanken verteilen, nein, vielmehr beobachtet er damit das Verhalten der Stu-Tiere. Und nimmt das Ganze mit einer Kamera auf. Sind die Lefzen weit nach hinten gezogen, das Maul offen und es wird gehechelt, zeigen die Hunde ihr Stressgrinsen und fressen erst recht alles auf. Bellen und grölen sie dabei, haben sie ihre erste Studierangst überwunden und dürfen an der Lecktube von Frau Gans schnüffeln und eben lecken. Das mag für das Menschohr ein wenig irritierend wirken, doch für die Studentenhunde, die ja hier sitzen, damit sie keine blöden Kühe mehr sind, ist das völlig normal. Schliesslich wollen sie den Unibesuch auch mit etwas Angenehmen verbinden.

Wer jetzt denkt, ich hätte beim Schreiben ein paar Hundeguetzli geraucht, dem sage ich: Schau hier nach, wenn du mir nicht glaubst: hundeunibern.ch – Verhalten, Kognition und Emotionen bei Haushunden. 

Wau.