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Mittwoch, 3. Juli 2013

Aus Mittelbünden: Achtung, fertig, Ueli

Also ich finde ja, die Wanderung mit Nik Hartmann rund um den Beverin war eine schöne und gelungene Sendung. Auch wenn die versprochenen Steinböcke Lamas waren. Und der Beverin im Nebel und Schnee versank. Nichtsdestotrotz, ich hab unsren Unterländerfreunden versichert, dass er der schönste Berg ist weit und breit und dass er sich nur deshalb versteckte, weil er den Ansturm auf seinen Gipfel fürchtet. Ein Paul Züllig ist ihm schon genug. Und es war vermutlich selbiger Züllig, der mit dem Wettergott einen Deal abschloss, Dramen wie sie kürzlich unterhalb des Mount Everest stattfanden, sollten sich schliesslich nicht wiederholen. So ists zu erklären, dass das Schweizer Fernsehen seine Equipe mit Hartmann kein zweites Mal losschicken wird, um bei besten Verhältnissen die Steinböcke rund um den Beverin nachzuliefern.

Trotzdem surrten in Thusis kürzlich wieder die Kameras. Die Soldaten der RS-Komödie „Achtung, fertig, Charlie“ rückten in den WK ein. Der neue Streifen heisst ab sofort „Achtung, fertig, WK“. Das kann man originell finden. Unter uns gesagt, es war halt einfach die günstigste Lösung. Bloss keine grossen Änderungen, die die Kosten unnötig in die Höhe treiben. Das Bundesamt für Kultur hatte zwar etwas Geld gesprochen, doch das VBS um Ueli Maurer herum zierte sich. Das Drehbuch dieses WK-Streifen passte dem Militär gar nicht. Achtung, fertig lustig sagte darauf der Ueli, 250'000 Franken investieren, quasi ein Sechstel Gripen, für etwas, das uns nicht gefällt? Sicher nicht. Schon bei Charlie fühlte sich das VBS nicht richtig dargestellt, zu komödiantisch. Zum Lachen gehen wir nämlich in den Keller. Spass gibts bei der Truppe nur im Geheimen. Mit lustigen Ritualen zum Beispiel. Aus Rekruten in der RS Hackfleisch machen, sie im WK zu Hamburgern formen und das Ganze mit einer Hamburger-Taufe zelebrieren: Bis zum Erbrechen gammliges Fischfleisch oder Katzenfutter essen. Auf dem Set in Thusis gabs dann aber Steinbock. Oder Lama. Das war hart, Mann!

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Morsezeichen: Auslandreisen


Silvia steht an ihrem grossen Wohnzimmerfenster neben der Stehleuchte und macht das Licht an. Und wieder aus. An und wieder aus. Ob ich kurz Zeit hätte, morst sie über den See direkt zu mir herüber. Ich greife zur grossen Taschenlampe, stets einsatzbereit auf dem Sims, und leuchte kräftig von unsrer Stube an der Silberküste zu Herrlibergs Villenhügel. Alles in Ordnung bei euch, will ich wissen, waren wir schon länger nicht mehr auf Empfang. Ja, ja, antwortet Silvia sofort, sie hätte jetzt halt ein gröberes Coaching hinter sich, sie sage bloss ein Wort: Bundespräsident Maurer! Ich meine, das sind doch grad zwei und frage stattdessen nach dem Coaching. Also, beginnt Silvia, ich als Lehrerin a.D. habe natürlich sofort realisiert, dass unser Ueli ein immenses Problem mit fremden Sprachen hat, bei Französisch springt zum Glück Didier Burkhalter ein, dolmetscht und redet für ihn, im Italienischen und Romanischen braucht er momentan ‚orso’ oder ‚urs’ und ‚problem’, das beherrscht Ueli inzwischen recht gut, aber englisch, da geht überhaupt nichts. Daher habe sie ein intensives Englisch-Coaching durchgeführt, fährt Silvia fort. Dann ists dunkel über dem See. Ich drücke auf meine Lampe, englisch kann ich auch nicht, zünde ich, ein paar Lektionen würden mir auch gut tun. Minuten später meldet sich Silvia: Eben ist der Ueli zu mir getreten, machen wir schnell ein Learning by doing miteinander! Wow, schluck ich trocken, mit einem Bundespräsidenten hab ich noch nie, nicht gesprochen, nicht gemorst, geschweige eine English-Lesson abgehalten! Hi Ueli, I’am Irma, leuchte ich leicht errötet. Keine Antwort. Nichts passiert. Da schaltet sich Silvia ein, sorry, mit Irma haben wir keine Übung, meld dich doch als Michelle Obama. Ok, geb ich zurück, hi Ueli, my name is Michelle Obama, how are you? Und kaum hab ichs über den See geschickt, kommts wie aus dem Sturmgewehr geschossen: Hello, I am Ueli from Switzerland and you are so great and black and beautiful! Ich nicke, ja, ja, im Dunkeln kannst du das leicht sagen, fühle mich aber trotzdem ein bisschen Obama-like. Und jetzt, funkt Silvia dazwischen, stell dich bitte als Putin vor. Easy, denk ich, greife rasch nach einer Flasche Wodka im Schrank und warte auf Uelis Botschaft. Hello, I am Ueli from Switzerland and you are so great and strong and beautiful! Ich nicke erneut, nastrowje, das Englisch sitzt ja perfekt, ich fühl mich echt Wladimir! Kurz danach morst Silvia, sie habe den Ueli verabschiedet, er sei nun auf dem Weg nach Bern, das mit dem Englisch bleibe einfach katastrophal. Burkhalter muss zum Französischen ab sofort auch die Auslandreisen übernehmen, auf denen ja eh nur englisch gesprochen wird. Die SVP verspricht im Gegenzug der FDP, Burkhalter einstimmig als nächsten Bundesratspräsidenten zu wählen und Filippo Leutenegger als dessen Vize. Darauf das Licht über Herrlibergs Villenhügel erlöscht. Leutenegger Filippo, überleg ich flüchtig, während ich die Taschenlampe aufs Sims zurückstell, heisst der nicht Lorenzo?

Donnerstag, 26. November 2009

Polanski am Fuss gefesselt!

Das ist jetzt natürlich alles streng geheim, vertraut mir Ueli Maurer an. Angehörige seiner Armee werden Roman Polanski die Fussfessel umlegen, ihn nach Gstaad bringen und in sein Häuschen verbannen. Ein paar Soldaten warten im Garten, dies jedoch nur pro forma. Polanski bewegt sich schliesslich in seinem Chalet als freier Mann, kann machen, was, wo und mit wem er will. Selbst Carli Hirschmann könnte er einladen, auch in Gstaad kein unbeschriebenes Blatt, lacht Ueli. Die Kontrolle seiner Schritte überwacht Kollega Widmer-Schlumpf eigenhändig, ein GPS am Fussgelenk demzufolge unnötig. Die 20 Franken pro Tag ans Messgerät zahlt Polanski übrigens aus eigenem Sack. Chapeau. Das würde nicht jeder machen. Und zudem hat er sich verpflichtet, seine Ausweispapiere bei der Kantonspolizei Zürich zu deponieren, die Fluchtgefahr sozusagen ausgeschlossen. Wozu denn die 4,5 Millionen Franken Kaution, frag ich. Die hat Polanskis Anwalt in meinem Departement deponiert, wird Polanski nun doch über den Gartenzaun abhaun, dann fliessen diese Millionen in mein Armeebudget. So komm ich doch noch zu zusätzlichen Geldmitteln und Christoph wird stolz auf mich sein, strahlt Ueli mich an, salutiert, steigt auf sein Velo und fährt davon.