Also. Alle Jahre wieder. Leuchtet und blinkts in der Nachbarschaft, was das Zeug hält. Weihnachtsmänner auf farbigen Kutschen, gezogen von strahlenden Rentieren mit roten Nasen, hellbunte Geschenke hinten drauf. Kletternde Weihnachtsgesellen unter den Fenstersimsen, anfänglich wurden sie von der Polizei verhaftet, weil vermeintlich für Dämmerungsdiebe gehalten. Inzwischen gehören sie zum Dorfbild. Wie auch die unzähligen blauschimmernden LED-Lichterkettchen hinter und vor dem Haus. Ein Glück haben wir blickdichte Vorhänge. Und können uns unsere eigene Weihnachtsstimmung ungestört drinnen aufbauen. Kerzenlicht, Tannenzweige, Adventskalender, Bachkantaten, Mailänderli und Zimtsterne, alles da. Fehlt nur noch der Schnee.
Seit geraumer Zeit hängt in unserer grauen Strasse ein weisses Plakat: Arosa – schneesicher.ch. Ganz schön mutig, ein ‚schneesicher’ für sich zu pachten, denk ich mir. Bei uns nämlich weit und breit keine weisse Pracht in Sicht. Aber wie hat doch der Wetterprophet Martin Horat aus dem Muotathal für Schweiz Tourismus prominent auf Plakat und im Fernsehen verkündet: Einen ‚usinnig strengen’ Winter wird es heuer geben. Neben einem riesigen Ameisenhaufen sitzend hat er gesagt, dass sich selten so viele Ameisen darauf getummelt hätten, aus verschiedensten Nationen gar, schliesslich versteht Horat ameisisch wie kein zweiter, und alle, so ists ihm aufgefallen, haben enorm kräftige Oberschenkel. Das habe ihn grad an unsere Skirennfahrer erinnert. Und deshalb ist eines gewiss: Es gibt einen unwahrscheinlich guten Winter. Mit viel Sonne. Und vor allem mit viel, viel Schnee.
Und prompt hats geschneit. In den Bergen ausgiebig. So, dass Zermatt Tourismus überlegt hat, den eben erst kürzlich lancierten Werbespot zu stoppen. Da spotten sie nämlich ein wenig über die anderen Skigebiete. Die in der Usserschwyz. Weils dort kein Schnee hat. Und lassen einen prominenten Wetterfrosch sprechen, nicht aus dem Muotathal, sondern einen, der jetzt die freie Luft besonders gerne schnuppert: Jörg Kachelmann steht am Pistenrand, im Hintergrund das leicht geknickte Matterhorn und säuselt ins Mikrofon: „Drum bin i in Zermatt, do hets Schnee!“ Daniel Luggen, der Tourismuschef von Zermatt meint, wir haben Kachelmann angefragt und er war sofort dabei! Und nicht nur das, der Wettermoderator habe den Spot ‚mitgestaltet’. Ach so. Fehlt bloss eine Alice Schwarzer, die als blondes ‚Luusmeitli’ mit kräftigen Oberschenkeln in einem pinkfarbenen Overall über die Piste wedelt. Halleluja.
Aber zum Glück hats jetzt ja überall Schnee.
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Sonntag, 18. Dezember 2011
Donnerstag, 9. Juni 2011
Ein Wiener in Amerika
Was haben wir schon gar wilde Geschichten von Männern gehört. Wie sie eine Frau bedrängen. Kachelmanns Begehren mit einem Messer. Strauss-Kahns Stolperei aus der Dusche in das Zimmermädchen. Und Schwarzenegger, der seiner Haushälterin einen kleinen Zustupf unters Herz legt. Inzwischen ist er fast elf Jahre alt. Dafür Nöldis Ehe im Keller. Als Österreicher kann er damit umgehen.
Wer früher nackt unterm Trenchcoat durch die Gassen lief und zwischendurch das Revers auseinanderzog, um ein Mütterchen unterwegs zu erschrecken, der macht das heute easy von daheim aus. Ein little pic von seinem best stick und schickts geschickt in die weite Welt hinaus. Eh ja, im Zeitalter von Twitter und Facebook ist nichts unmöglich.
Der US-Abgeordnete Anthony Weiner gesteht einen virtuellen Seitensprung. Auf Twitter hat er ein Foto verteilt. An weibliche Followers. Ein Bild von seiner Unterhose. Gut bestückt. Sichtlich erkennbar. Ja aber saperlott. Sein Hirn dabei sichtlich nicht erkennbar. In Amerika wird Weiner als Wiener ausgesprochen, Wieners Wiener in der Unterhose, ha ha, ein Schenkelklopfer. Weiner als Weiner ausgesprochen bedeutet im amerikanischen ‚Schlappschwanz’. Ha ha, auch dies ein Brüller. So einfach gestrickt das Ganze. Wäre da nicht noch Weiners Frau. Huma Abedin. Weltgewandt. Zurückhaltend. Elegant. Blitzgescheit. Und rechte Hand von Hillary Clinton. Beide gelten als arbeitssüchtig. Dies zur Erklärung, weshalb so wenig über das Privatleben bekannt ist. (Ihre beiden Ehemänner hatten da ein wenig mehr Spielraum...) Hillary vertraue ihrer Beraterin in fast allen Belangen, spricht man hinter hervorgehaltener Hand, und konsultiere sie immer, wenn es um politische Fragen im Mittleren Osten geht. Jetzt sind ein paar im mittleren Westen zu klären. Huma, die praktizierende Muslimin, die ihren Ehemann sogar dazu brachte, keinen Alkohol mehr zu trinken und den Ramadan durchzuhalten, hat wohl nicht mit dessen Nebenwirkungen gerechnet. Und Weiner? Hat sich weinerlich entschuldigt. Seine Frau soll nun schwanger sein. Vermutlich von seiner Unterhose.
Wer früher nackt unterm Trenchcoat durch die Gassen lief und zwischendurch das Revers auseinanderzog, um ein Mütterchen unterwegs zu erschrecken, der macht das heute easy von daheim aus. Ein little pic von seinem best stick und schickts geschickt in die weite Welt hinaus. Eh ja, im Zeitalter von Twitter und Facebook ist nichts unmöglich.
Der US-Abgeordnete Anthony Weiner gesteht einen virtuellen Seitensprung. Auf Twitter hat er ein Foto verteilt. An weibliche Followers. Ein Bild von seiner Unterhose. Gut bestückt. Sichtlich erkennbar. Ja aber saperlott. Sein Hirn dabei sichtlich nicht erkennbar. In Amerika wird Weiner als Wiener ausgesprochen, Wieners Wiener in der Unterhose, ha ha, ein Schenkelklopfer. Weiner als Weiner ausgesprochen bedeutet im amerikanischen ‚Schlappschwanz’. Ha ha, auch dies ein Brüller. So einfach gestrickt das Ganze. Wäre da nicht noch Weiners Frau. Huma Abedin. Weltgewandt. Zurückhaltend. Elegant. Blitzgescheit. Und rechte Hand von Hillary Clinton. Beide gelten als arbeitssüchtig. Dies zur Erklärung, weshalb so wenig über das Privatleben bekannt ist. (Ihre beiden Ehemänner hatten da ein wenig mehr Spielraum...) Hillary vertraue ihrer Beraterin in fast allen Belangen, spricht man hinter hervorgehaltener Hand, und konsultiere sie immer, wenn es um politische Fragen im Mittleren Osten geht. Jetzt sind ein paar im mittleren Westen zu klären. Huma, die praktizierende Muslimin, die ihren Ehemann sogar dazu brachte, keinen Alkohol mehr zu trinken und den Ramadan durchzuhalten, hat wohl nicht mit dessen Nebenwirkungen gerechnet. Und Weiner? Hat sich weinerlich entschuldigt. Seine Frau soll nun schwanger sein. Vermutlich von seiner Unterhose.
Dienstag, 31. Mai 2011
Im Zweifel für den Mann
Jetzt ist es also verkündet. Das Urteil. Im Fall Kachelmann. Freispruch für den Wetterfrosch. Wobei sich die Richter ja nicht ganz einig sind, ob Kachelmann vielleicht nicht eben doch seine damalige Freundin bedrängt und ein wenig viel vergewaltigt hat. Und hat eventuell die Freundin darauf (und weil er sie schon längst betrogen hat) ihm diese Geschichte bloss an den Hals hängen wollen, bzw. sich die Verletzungen an dem ihrigen grad selbst zugefügt? Unklar das Ganze. Die Indizien reichen nicht aus. Das Landgericht Mannheim hat gesprochen: Im Zweifel für den Angeklagten. Kachelmann wird nun für seine Zeit in der Untersuchungshaft entschädigt, heisst es weiter in dem Urteil, die Einnahmen seiner täglichen Prognosen „Das Wetter in der Zelle“ darf er behalten, die Kosten des Verfahrens trägt die Staatskasse. Die deutsche notabene. Da haben wir Schweizer nochmals Schwein gehabt.
Dominique Strauss-Kahn soll bereits mit Kachelmanns Anwälten in Kontakt stehen. Ein Freispruch ist das mindeste, was er zu erwarten hat, sind sich die Franzosen sicher. In dubio pro reo auch in diesem Fall. Schliesslich könne das Zimmermädchen nur schwer beweisen, dass sie zu diesem Akt gezwungen wurde. Und es nicht aus freiwilligen Stücken mitgemacht habe. Apropos beweisen, apropos Stück: Eine Frau in Bangladesh hat als Beweis den Penis eines männlichen Artgenossen abgetrennt und zur Polizei gebracht. So schreibts eine seriöse Zeitung dieser Tage. Die 40jährige Mutter dreier Kinder wurde in ihrem Haus von einem Mann im Schlaf überrascht. Als er versuchte, sie zu vergewaltigen, schnitt sie ihm kurzerhand mit einem Messer den Zipfel ab. Schnipp und weg. Danach habe sie das Corpus Delicti fein säuberlich in Klarsichtfolie eingerollt und es der Polizei überbracht. Der mutmassliche Täter befindet sich inzwischen im Spital. Das Beweisstück passt exakt an die verletzte Stelle. Da besteht kein Zweifel. Für den Mann...
Dominique Strauss-Kahn soll bereits mit Kachelmanns Anwälten in Kontakt stehen. Ein Freispruch ist das mindeste, was er zu erwarten hat, sind sich die Franzosen sicher. In dubio pro reo auch in diesem Fall. Schliesslich könne das Zimmermädchen nur schwer beweisen, dass sie zu diesem Akt gezwungen wurde. Und es nicht aus freiwilligen Stücken mitgemacht habe. Apropos beweisen, apropos Stück: Eine Frau in Bangladesh hat als Beweis den Penis eines männlichen Artgenossen abgetrennt und zur Polizei gebracht. So schreibts eine seriöse Zeitung dieser Tage. Die 40jährige Mutter dreier Kinder wurde in ihrem Haus von einem Mann im Schlaf überrascht. Als er versuchte, sie zu vergewaltigen, schnitt sie ihm kurzerhand mit einem Messer den Zipfel ab. Schnipp und weg. Danach habe sie das Corpus Delicti fein säuberlich in Klarsichtfolie eingerollt und es der Polizei überbracht. Der mutmassliche Täter befindet sich inzwischen im Spital. Das Beweisstück passt exakt an die verletzte Stelle. Da besteht kein Zweifel. Für den Mann...
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Donnerstag, 17. Juni 2010
Die Tampon-Frage
Ist es eine Frauen-Frage? Ja oder nein? Wenn ja, muss sich die Frau überlegen, ob sie den Digital-Tampon im Badezimmer haben will, der übrigens so heisst, weil er pragmatisch mit den Fingern versenkt wird und nicht wie bis anhin angenommen, mit digitalen Ziffern versehen ist, die im Dunkeln leuchten. Oder ob Frau lieber dem Tampon mit Applikator vertraut, einem gemäss Wikipedia 'röhrenförmigen Hilfsmittel zum Einführen von Tampons und Ähnlichem in Körperöffnungen’ (vielleicht lest ihr vor dem Gebrauch die Packungsbeilage und fragt euren erröteten Apotheker). Oder ist die Frage des Tampons ebenfalls für Männer relevant? Prinz Charles gestand, das ist längst bekannt, beim nächtlichen, telefonischen Kamingespräch seiner damaligen Geliebten Camilla Parker Bowles, dass er zu gerne ihr Tampon sein würde. Warm aufgehoben im stillen Kämmerlein. Und Camilla wünschte sich verzückt ein paar Noppen an Charles Ohren herbei und jauchzt bis heute noch, wenn vermutlich inzwischen etwas leiser. So lovely. Weniger hübsch hingegen der Fall Kachelmann. Seit dem 20. März sitzt er ja in Untersuchungshaft wegen des Verdachts der Vergewaltigung an seiner Ex-Freundin. Dann das kleine Zwischenhoch: Die Schilderungen des Opfers sollen handlungstechnisch unwahrscheinlich bis unmöglich sein. Nun ein erneutes Sturmtief: In der Wohnung der Ex-Freundin wurde ein Tampon sichergestellt, an dessen Faden die DNA Kachelmanns nachgewiesen wurde. Hat er eben doch, der Frosch, wie am Schnürchen, schwuppdiwupp, das eine Ding hinaus und ein anderes hinein? Der Tampon somit nicht mehr nur eine Frauen-Männer-Frage, sondern eine Sache für den Staatsanwalt...
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Donnerstag, 22. April 2010
Und der Wetterfrosch sitzt und sitzt...
Wie gerne hätte er doch draussen diese riesige, graue Blumenkohlwolke beobachtet, am liebsten gar vor Ort im fernen Island... Aber nichts da. Der Kachelmann sitzt immer noch in U-Haft. Und wartet bis die Vorwürfe, die seine Exfreundin an ihn gerichtet hat, sich in Rauch und Asche auflösen. Zwischendurch wollte noch ein bankrottes Singsternchen von der Kachelmannschen Popularität profitieren. Indira Weis, die ehemalige Bro’Sis-Sängerin, kam kurzfristig in die Medien, weil sie an Kachelmanns Fenster an der Stange tanzte und dabei schlüpfrige SMS-Texte trällerte, die Kachelmann ihr zugestellt haben soll. Sie brachte sich dabei geschickt in fette Schlagzeilen und verkündete, dass der Jörg der charmanteste Wetterfrosch ist, den sie kennt und bestimmt keiner Fliege was zuleide tut. Sie schleuderte dabei glaubwürdig ihre Zunge über die Lippen und erwähnte noch, dass sie demnächst eine neue CD herausgeben wird... Und Jörg drinnen in seiner Zelle ärgerte sich, bis er schwarz wurde. Und jetzt auch noch das: Ein möglicherweise brisantes Beweisstück ist heut ans Tageslicht gekommen. In der Wohnung des mutmasslichen Opfers soll die Polizei ein Messer sichergestellt haben. Mit Kachelmanns Fingerabdrücken. Das sieht dunkel aus. Aber vielleicht war es auch nur das Rüstmesser, mit welchem er jeweils den frischen Blumenkohl in zarte Röschen zerteilte, die er dann in seinem Wetterstudio brauchte, Cumuluswölkchen zum Anfassen. Und bestimmt nicht dasjenige Messer, mit dem er seine Exfreundin bedroht haben soll. Diese übrigens hat ihre Arbeit als Radiosprecherin wieder aufgenommen und am Sonntag die erste Sendung seit dem Vorfall moderiert. Ihr Radiosender verzichtet seit der Affäre auf Wetternachrichten. Und hat selbst draussen vor dem Studio ein allgemeines Wetterverbot ausgesprochen. Vermutlich die erste gute Nachricht für einen Wetterfrosch hinter Gitter.
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