In Kopenhagen wurde eine junge
Giraffe vor versammelten Gaffern erschossen. Ein Bolzenschuss fadengerade ins Hirn
des Giraffenbuben Marius und zack, weg das gute Tier. Nicht weil er krank war,
nein, kerngesund soll er gar gewesen sein. Jedoch der Verdacht der Inzucht hing
im Raum. Das ist natürlich ungut, denn sollte der Marius eines Tages ins
freudige Begattungsalter vorstossen und mit seinen Giraffen-Genen
Giraffenfreundinnen beglücken, wäre dieser Akt zwar ein schöner, aber ein
illegaler. Und Illegales mögen wir nicht. Also wurde der Marius
niedergestreckt. In Einzelteile zerlegt und den Löwen zum Frass vorgeworfen.
Das Inzestproblem ab- und Marius weggeschafft. So einfach. Und soviel zu den
Dänen. Wir Schweizer hätten das ganz anders gelöst. Marius würde noch leben,
wäre nach der Abstimmung vom letzten Sonntag nicht abgeschafft aber
ausgeschafft worden. Als nicht-einheimischer Giraffenbub ist er ja damals
seiner Verwandtschaft nachgezogen und hat sich in einem Schweizer Zoo eingenistet.
Leider stammt er nicht aus der gutverdienenden angelsächsischen Expat-Schicht
sondern aus einer sozialleistungsabhängigen Familie subsaharisch-afrikanischer
Herkunft und muss vom Staat durchgefüttert werden. So gesehen hätte Marius
unsren Schweizer Zoo ganz klar auch verlassen müssen, jedoch lebend. Der
frontale Bolzenschuss für ausländische Gattungen – dazu braucht es doch noch
eine weitere SVP-Initiative.
Posts mit dem Label SVP werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label SVP werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Mittwoch, 12. Februar 2014
Mittwoch, 27. Januar 2010
Tiere vor Gericht
Die Volksinitiative „Gegen Tierquälerei und für einen besseren Rechtsschutz der Tiere“ – die Tierschutzanwalt-Initiative vom 7. März 2010 – will die Kantone verpflichten, einen Tierschutzanwalt einzusetzen. Welcher die Interessen der misshandelten Tiere vertritt. Und schaut, dass die Täter nicht mit milden Strafen davon kommen. So will es der Schweizer Tierschutz. Darf damit das arme Schwein zu Lebzeiten schon gegen die schwere Panade klagen, in der es später als frittiertes Schnitzel-Opfer enden wird? Wenn ja, ändert das etwas an seinem Schicksal, irgendwann trotzdem in einem Teller zu landen? Vermutlich nicht. Jedoch, so wissen wir, glückliche Schweine sind feine Schweine. Und somit macht es durchaus Sinn, dass es klagt, das Schwein, sollte es denn unzufrieden sein.
Gegen die Tierschutzanwalt-Initiative spricht sich der ganze Bundesrat aus. Ebenfalls dagegen ist die CVP. Das ‚C’ für christlich hört wohl bei den Tieren auf, schimpft der Schweizer Tierschutz. Die FDP lehnt die Initiative ab, die BDP ruft ein Nein in die Runde, die SVP ebenfalls. Letztere stellt klar, dass sie momentan sowieso keinen Rappen irgendwohin investieren wolle. Die jüngst vergangene Kampagne zum Wohle des Schweizer Heimatschutzes hat die Portokasse mehr als gesprengt. Zudem, erklärt die SVP, sind unsre Tiere zufriedene Tiere und seit sie wissen, dass sie nicht durch hinterhältige und gefährliche Minarette vor ihren Ställen bedroht werden, brauchen sie gar keinen Anwalt, basta! Anders die Sozialdemokraten und die Grünen, sie stimmen ein Ja zum Tieranwalt, wie auch die EVP. Das ‚E’ für evangelisch ist vielleicht doch etwas katholischer als das ‚C’ der Christen... Item.
Der Kanton Zürich hat seit 1992 einen Tieranwalt. Den ersten der Welt. Und den einzigen. Als gesetzlicher Vertreter der geschädigten Tiere hat er in Strafverfahren volle Akteneinsicht zu jedem Verfahren aus tierschutzrechtlicher Sicht. Zugunsten des Tieres selbstverständlich, präzisiert er. Es sind nicht nur Schweine, die in Zürich Hilfe brauchen. In der Bahnhofstrasse treffen wir auf Chihuahuas. Diese ferngesteuerten, auf dünnen Hundsbeinchen zittrig stehenden Zwerghamsterchen. Die mit wattierten Gucci-Mäntelchen in Prada-Bags Gassi getragen werden. Sie wehren sich gegen ihre Frauchen, sie wollen als Hund und nicht als Tasche wahrgenommen werden. Ein gefundenes Fressen für den Tieranwalt. Ja, ja, könnte man meinen, die Zürcher, die haben Probleme. Aber jetzt kommts: Die Bündner wären nämlich genauso froh, einen solchen tierischen Anwalt zu haben. Spätestens seit der Graubünden Ferien-Werbekampagne. Da machen sich in einem Clip zwei echte Steinböcke lustig über einen Mountainbike-Fahrer, wie er sich den Berg hochquält. Roter Kopf – teures Velo, gröhlen sie, Carbon – statt Kondition! Natürlich finden wir das amüsant. Wir alle. Bis auf den Biker. Er hat sich im Clip erkannt, bzw. das Lachen der Böcke. Verfolgt es ihn schliesslich Tag und Nacht. Schlafstörungen, Angstzustände, Depressionen haben ihn in die Arbeitsunfähigkeit getrieben. Eine saftige Klage hat er eingereicht. Gegen Graubünden Ferien. Nein, nein, hat der Direktor dort gerufen, das geht uns nichts an, was der Bock sagt, das ist auf seinem Mist gewachsen und hat die Klage subito an die zwei Steinböcke weitergeleitet. Mit hängenden Köpfen sitzen sie nun da, und ihr könnts mir glauben, sie wären weiss Gott froh, einen Anwalt zu haben...
Gegen die Tierschutzanwalt-Initiative spricht sich der ganze Bundesrat aus. Ebenfalls dagegen ist die CVP. Das ‚C’ für christlich hört wohl bei den Tieren auf, schimpft der Schweizer Tierschutz. Die FDP lehnt die Initiative ab, die BDP ruft ein Nein in die Runde, die SVP ebenfalls. Letztere stellt klar, dass sie momentan sowieso keinen Rappen irgendwohin investieren wolle. Die jüngst vergangene Kampagne zum Wohle des Schweizer Heimatschutzes hat die Portokasse mehr als gesprengt. Zudem, erklärt die SVP, sind unsre Tiere zufriedene Tiere und seit sie wissen, dass sie nicht durch hinterhältige und gefährliche Minarette vor ihren Ställen bedroht werden, brauchen sie gar keinen Anwalt, basta! Anders die Sozialdemokraten und die Grünen, sie stimmen ein Ja zum Tieranwalt, wie auch die EVP. Das ‚E’ für evangelisch ist vielleicht doch etwas katholischer als das ‚C’ der Christen... Item.
Der Kanton Zürich hat seit 1992 einen Tieranwalt. Den ersten der Welt. Und den einzigen. Als gesetzlicher Vertreter der geschädigten Tiere hat er in Strafverfahren volle Akteneinsicht zu jedem Verfahren aus tierschutzrechtlicher Sicht. Zugunsten des Tieres selbstverständlich, präzisiert er. Es sind nicht nur Schweine, die in Zürich Hilfe brauchen. In der Bahnhofstrasse treffen wir auf Chihuahuas. Diese ferngesteuerten, auf dünnen Hundsbeinchen zittrig stehenden Zwerghamsterchen. Die mit wattierten Gucci-Mäntelchen in Prada-Bags Gassi getragen werden. Sie wehren sich gegen ihre Frauchen, sie wollen als Hund und nicht als Tasche wahrgenommen werden. Ein gefundenes Fressen für den Tieranwalt. Ja, ja, könnte man meinen, die Zürcher, die haben Probleme. Aber jetzt kommts: Die Bündner wären nämlich genauso froh, einen solchen tierischen Anwalt zu haben. Spätestens seit der Graubünden Ferien-Werbekampagne. Da machen sich in einem Clip zwei echte Steinböcke lustig über einen Mountainbike-Fahrer, wie er sich den Berg hochquält. Roter Kopf – teures Velo, gröhlen sie, Carbon – statt Kondition! Natürlich finden wir das amüsant. Wir alle. Bis auf den Biker. Er hat sich im Clip erkannt, bzw. das Lachen der Böcke. Verfolgt es ihn schliesslich Tag und Nacht. Schlafstörungen, Angstzustände, Depressionen haben ihn in die Arbeitsunfähigkeit getrieben. Eine saftige Klage hat er eingereicht. Gegen Graubünden Ferien. Nein, nein, hat der Direktor dort gerufen, das geht uns nichts an, was der Bock sagt, das ist auf seinem Mist gewachsen und hat die Klage subito an die zwei Steinböcke weitergeleitet. Mit hängenden Köpfen sitzen sie nun da, und ihr könnts mir glauben, sie wären weiss Gott froh, einen Anwalt zu haben...
Labels:
Graubünden Ferien,
SVP,
Tierschutzanwalt-Initiative
Samstag, 16. Januar 2010
Zweifel an Zweifel?
Ich denk, dass dein gutes Aussehen allein genügt, um als SVP-Kandidat in den Zürcher Stadtrat gewählt zu werden, sag ich zu Karl Zweifel, als er mir ein Päckchen Zweifel-Chips und seine Wahlempfehlung „Kein Zweifel an Zweifel: Zweifel im Stadtrat!“ in die Hand drückt. Klar, antwortet Karl, mein langes, schwarzes Haar, mein unverschämter Charme, mein Charisma, meine Schönheit halt, deswegen werden mich sehr viele Frauen, und vermutlich einige Männer, wählen, gibt er unumwunden zu. Er habe zudem eine verblüffende Ähnlichkeit mit Gilles Tschudi, ergänzt Zweifel stolz. Du meinst diesen Schweizer Schauspieler, der auf fiese Rollen abonniert ist, der gerne böse ist im Schweizer Film und somit schlägst du die Brücke zur SVP, bring ich meine Zweifel an Zweifel. Tschudi mimte den Ospel in Grounding und Ospel ist ein Freund von Blocher, klärt mich Zweifel auf. Und im letzten Tatort spielte Tschudi den Waffenhändler Hutter, Hutter Jasmin gehört zur SVP, somit schliesst sich der Kreis, lacht Karl. Trotzdem, auf meine Schönheit allein darf ich mich nicht verlassen, ich muss auch noch ein paar gute Inhalte bringen, meinen Intellekt beweisen, sinniert er weiter. Verräterinnen, wie Eveline Widmer-Schlumpf eine ist, hätte man im Mittelalter gevierteilt. Ein Abreissen von Körperteilen der Verurteilten, indem Pferde in unterschiedliche Richtungen zerrten, präzisiert Karl, und ich wäre einer der vier Reiter gewesen! Mit zusammengekniffenen Tschudi-Augen schaut er mich an. Ich würde mich doch lieber aufs Aussehen verlassen, rate ich ihm zum Abschied und öffne die Zweifel-Chips. Oh, selbst da wenig Inhalt drin, aber immerhin etwas...
Labels:
Eveline Widmer-Schlumpf,
Gilles Tschudi,
Karl Zweifel,
SVP
Abonnieren
Posts (Atom)

