Sonntag, 11. Oktober 2020

 

Lieber Herr Berset
Ich hoffe, Sie haben schöne Herbstferien gehabt. Wir auch. Wir mussten ja die Pläne ein wenig ändern, Sie haben ja kurz vor unserer Abfahrt in den Süden Ligurien auf die Quarantäne-Liste gesetzt. Unter uns, lieber Herr Berset, wir sind trotzdem gefahren. Der Hotspot lag ja 160 km entfernt. Ligurien hat weniger Fallzahlen als die Schweiz. Und trotzdem sagt das BAG, es sei jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, die Quarantäne-Regel anzupassen. Ja, wann denn, lieber Herr Berset? Im 2050? Selbstverständlich haben wir uns trotzdem an Ihre Quarantäne-Guillotine gehalten und offiziell beim Ärztetelefon abgeklärt: Tag 1 ist nach dem Abreisetag aus dem Risikogebiet. Wir sind also danach erst ein paar Tage durch die Toskana gekurvt, ein wenig im Veneto gewesen (ui, das ist ja ab heute Mitternacht auf Ihrer Liste – aber das Covid schlägt dort erst nach 12 Uhr so richtig zu!) und durchs Tirol ins Allgäu gerauscht. Das Allgäu hat übrigens Tirol als Risikozone benannt, daher sind wir dort nicht ausgestiegen. Die Schweiz hingegen ist den Tirolern milde gestimmt, stossen sie ja ans Liechtenstein und mit Landeck an Graubünden. Wussten Sie, dass Landeck ein hohes Risiko hat, schauen Sie nur mal auf die Corona-Ampel-Karte der Österreicher. Aber für Grenzgänger gelten ja wieder andere Corona-Quarantäne-Regeln, n’est pas? Diese zu ändern ist wohl ebenfalls nicht der richtige Zeitpunkt, wo hab ich das bloss schon mal gehört? Inzwischen sind wir zu Hause, fühlen uns so gesund wie zu Ferienbeginn und haben brav das Formular für Einreisende aus Risikogebieten ausgefüllt. Und uns für drei verbleibende Tage in die häusliche Quarantäne gesetzt. Heute ist übrigens unser letzter Tag. Vielleicht wollen Sie ja noch kurz kontrollieren, ob ich Ihnen auch wirklich von daheim aus schreibe? Merciviumau!

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