Donnerstag, 23. April 2015

Fischers Fritzli fischt?

 
Da schickt man den Fritzli gutgemeint aus dem Haus, damit er nicht dauernd vor irgendeinem Bildschirm herumhängt, drückt ihm eine Fischerrute in die Hand und denkt, die Ruhe am See tut ihm gut, er übt sich in Geduld und überhaupt die Natur ist wunderbar, quasi der Fritzli fischt sich gesund. Und vielleicht, wer weiss, bringt Fritzli zum Znacht frischesten Fisch auf den Tisch. Denn Fisch ist gesund. Sagt man. Doch nun warnt der Chefarzt und Psychiater Frank Urbaniok heut im Tagesanzeiger, dass fischende Kinder extrem der Gewalt ausgesetzt sind, sie zerren einen unschuldigen Kiementräger an Land, bringen ihn dort, zack, um, schlitzen ihn auf, nehmen ihn aus! Voll das harte Programm! Fischmord! Geht gar nicht! Fritzli wird abgestumpft oder noch schlimmer, aggressiv! Fischaggressiv! Daher fordert Urbaniok - wie übrigens auch der  Tierschutz - eine Altersgrenze für die Lizenz zum Fischen: 16 oder 18 Jahre. Fritzli ist dann fast Fritz und der tote Fisch zwar immer noch tot, aber wird immerhin in Fritzens Auto nach Hause geliefert. Und bis Fritzli dieses Mindestalter erreicht hat, lassen wir ihn vor dem Computer ein wenig ballern und füttern ihn ab und zu mit frittierten Fischstäbli. Die wirken beruhigend. Sagt man.

Freitag, 17. April 2015

♯regretting motherhood: Das Bereuen der Mutterschaft












23 Frauen haben in einer Studie zugegeben, dass sie ihre Mutterschaft bereuen. Sie lieben ihre Kinder über alles, doch wenn sie die Zeit zurückdrehen, würden sie sich gegen das Kind entscheiden.

Einziger Test für die Mutterschaft ist der Schwangerschaftstest. Würde sich hier bloss hier ein weiteres Fensterchen öffnen, das anzeigt, wie nervig und anstrengend der Nachwuchs ist, wie spiessig die Nachmittage am Sandkastenrand und wie katastrophal die Kindergeburtstagsfeste sind! Wie aufwendig die richtige Wahl der Frühförderkurse und der perfekten Schule. Und für die Pubertät bräuchte es noch ein weiteres Fensterchen, was sag ich, Schaufenster.

Aber sag das den Frauen im Hormonrausch... Wer will da schon zuhören. Das Kind, die Krönung der ewigen Liebe! Jedes Lächeln, jedes Augenbrauenhochziehen wird sofort an die ganze Welt geschickt: sohappymitmimschnügel oder bishperfektmisbaby. Ein Jahr vielleicht oder zwei oder drei. Dann wirds immer mühsamer und die Posts weniger. Und ja, jetzt bereuen wir. Ich liebe mein Kind über alles, aber trotzdem, glücklicher wäre ich ohne es.

In diesem Fall hilft nur das Rückgaberecht: recyclingmeinliebeskind. Dort wird der anstrengende Junior in ein Regal verfrachtet und wartet bis sich jemand mit unbändigem Kinderwunsch seiner erbarmt.

Alles wunderbar! So easy! Aber bedenkt, liebe Mütter, gleiches Recht für alle: Das Kind darf selbstverständlich seine Mutter ebenfalls zurückbringen. Wenn sie nervt, zickt und im Klimakterium steckt. Oder noch schlimmer: Bereut, ein Kind bekommen zu haben!

Mittwoch, 21. Januar 2015

Der Mann, der Affe und die Lebenskrise

Auch Männer spüren die Midlife-Crisis, hat kürzlich eine Zeitung berichtet. Manche triffts bereits nach dem vierzigsten, andere erst um den fünfzigsten Geburtstag herum, so lese ich weiter. Sie haben häufig schlechte Stimmung, die Männer, und sind unmotiviert. Das Haar fällt aus. Die Samenstränge verdicken sich, weil die Ehefrau im Migräneabonnement steif daneben liegt. Und die pubertierenden Kinder hauen ihm frech die Jugend und baldige Unabhängigkeit um die Ohren. Unter uns, Mutti hadert ebenfalls mit dem Älterwerden, peinlich berührt, wenn die halbseidene Unterwäsche der Tochter stets filigraner wird, während sich die eigene in der Baumwolle verheddert und immer grösser wird. Doch zurück zum Mann: Mit 50 Jahren wie ein kräftiger Baum mitten im Leben und auf einmal ist sie da, die Krise! Nagt an der Wurzel und gleichzeitig an der Krone. Kommt jedoch in den besten Kreisen vor, so steht es hier schwarz auf weiss: Bei reifen Schimpansenmännchen zum Beispiel oder ergrauten Herren Orang-Utans. Sie zeigen es mit Lustlosigkeit und schlechter Laune. Und sitzen die Krise aus. Während der Menschenmann sich einen Porsche kauft, die hübsche Brünette anlacht an und gleichzeitig den N.Y.-Marathon in einer Rekordzeit läuft. Fragt sich jetzt, wer hier der Affe ist. Aber vielleicht hab ich den Artikel auch falsch verstanden?

Dienstag, 25. November 2014

Der Vegetarier im Schafspelz





Jetzt gehts den echten Pelzträgern an den Kragen! Was für eine Botschaft so kurz vor der klirrend kalten Weihnachtszeit: Der Nachtclub von Rolf Hiltl lässt seit letzten Freitag keine bepelzten Mäntel und Mützen mehr hinein. Auch wenn sie noch so gut aussehen. Selbst ein kleines flauschiges Erdhörnchen um die Kapuze genäht ist ein Grund, den Club nur von aussen zu betrachten. Hiltls Türsteher sind extra vom Schweizer Tierschutz geschult. Sie unterscheiden nun selbst im Dunkeln den Echtpelz vom Plüsch. Und weisen dabei diskret auf das Schild am Eingang hin: Pelzträger müssen leider draussen warten. Über verärgerte Clubbesucher macht sich der Chef keine Sorgen. Im Gegenteil. Nerz, Fuchs oder Langschwanzwiesel können frierende Raucher wärmen und somit Gutes tun. Auch über Umsatzeinbussen fürchtet er sich nicht, denn tagsüber, wenn der Club zum Restaurant mutiert, dürfen Teilzeitpelzträger wieder hinein und in den vegetarischen Napf greifen. Nicht ganz konsequent, gibt Hiltl zu, aber so bin ich halt. Und freut sich bereits auf den Home Delivery Service von Carna Grischa!

Freitag, 19. September 2014

Bouteille Depardieu


 
Gérard Depardieu hat ein Geständnis gemacht. Vierzehn Flaschen Wein trinkt er pro Tag. Seine Leber so gross wie die Altglasdeponie vor seinem Haus. Mit einer Flasche Champagner läute er gerne den Vormittag ein, danach eine gute Flasche Rotwein, zum Mittagessen passt selbstverständlich formidable le vin rouge zum Wildschwein-Ragout, eine Flasche oder zwei vielleicht, dann ein kurzes Nickerchen zur Erholung und zum Wachwerden ein Fläschchen Rosé et voilà schon fühle er sich „frisch wie ein Gänseblümchen“. So Depardieus Worte.
Am Nachmittag ein weiteres Tröpfchen Rotwein und ab und zu ein Schlückchen Pastis parce que „Vive la France“ und überhaupt, da zieht er den nächsten Korken aus der Bordeaux-Flasche, es ist ja bereits wieder fast Abend und darauf sollte eine Bouteille getrunken werden und weils so schön ist noch eine und noch eine und zum Ausklingen des perfekten Tages wirken Whiskey oder Wodka Wunder. Wirklich besoffen sei er nie, sagt Depardieu ganz nüchtern mit seinen 800 Kilos verteilt auf einer Körpergrösse von 4 Metern 50, wobei er sich bis heute nicht recht erinnern kann, wie er zur franko-russischen Freundschaft mit Putin kam und wer damals im Flugzeug in den Mittelgang pinkelte. Er sei höchstens mal ein bisschen beschwipst, lächelt er charmant, nach vierzehn Flaschen. Und was lernen wir daraus? Es gibt immer einen, der mehr trinkt als du.