Lieber Herr Berset. Sagen Sie uns doch bitte nochmals laut und deutlich, dass die Versorung mit Nahrungsmitteln für alle sicher gestellt ist. Dabei könnten Sie noch erwähnen, dass Rösti im Beutel und Büchsenravioli bestimmt Verstopfung verursachen und man daher nicht drei Tonnen Toilettenpapier pro Person im Haushalt bunkern soll. Merciviumau.
Donnerstag, 19. März 2020
Mittwoch, 29. Januar 2020
Meghan-Marklen wir mal es bitz
Neulich habe ich einen interessanten Artikel im Tages-Anzeiger
gelesen: To Meghan-Markle ist jetzt ein Verb. Es bedeutet: «Dich selbst
und deine geistige Gesundheit genügend wertzuschätzen, um einen Raum/eine
Situation/eine Umgebung zu verlassen, wenn dein authentisches Selbst nicht
willkommen oder erwünscht ist.» Aha.
Jetzt haben wir ja erst noch von Megxit gesprochen und damit
die neue Prinzen-Rolle gemeint, die Harry mit seiner Meghan und klein Archie ausübt,
da sie ja das königliche Nest in England verlassen und nach Kanada ziehen,
wo sie niemand kennt. Oder dass die britische Presse ein regelrechtes Bashing
mit Meghan betrieben hat, das sogenannte Mashing. Und nun reden wir von to Meghan-Markle
beziehungsweise wir Meghan-Marklen mal oder wenns schon passiert ist, dann
haben wir ge-Meghan-Markled! Ha ha, wie praktisch ist denn dieses Verb?
Der Tagi klärt mich auf, dass es so öppis schon immer
gegeben hat, Eponyme heissen diese Wörter. Wie zum Beispiel das
Papiertaschentuch, das wir kurz Tempo nennen und damit nicht die
Geschwindigkeit meinen. Oder besser: wenn wir uns beim Arzt mit Schürzen schützen gegen
die Strahlen, die ein gewisser Wilhelm Konrad Röntgen entdeckt hat, lassen wir
uns röntgen.
Aber hey, es bieten sich ja noch andere, aktuellere
Königsmitglieder an, aus denen wir Verben basteln können: Wenn du ewig auf
etwas wartest, zum Beispiel auf eine Krone, dann heissts, ich bin grad am Prinz-Charlesen. Sitzt du mit 98 Jahren noch hinterm Steuer und baust einen Unfall, ist
das voll ge-Prinz-Philipped. Bewegst du dich unerlaubt unterhalb von jungen Gürtellinien,
ist das ge-Prinz-Andrewed. Oder einfach: ge-schmacklos und ge-rusig!
Dienstag, 24. September 2019
Päng, päng! Mit meinem Jägerlatein bin ich noch längst nicht am Ende!
Kürzlich schoss sich ein Jäger in der Innerschweiz
versehentlich in die Hand. Wie es zum Unfall kam, ist gemäss Polizei unklar.
Dank meinem Jägerlatein weiss ich, dass der Jäger zuerst in die Flinte schaute,
sich dachte, oha, da sitzt noch eine Kugel fest, die Hand auf den Lauf legte,
um das Schrot sofort abzufangen, imfall er abzog und päng, die halbe Hand weg. Waidmanns
heil, hätte ja auch ins Auge gehen können. Mit der gesunden Hand bediente er noch
die Rega-App und liegt seither in Sicherheit. Ein anderer Jäger hatte sein
Gewehr durchgeladen und päng, in den Fuss geschossen. Seine beiden unversehrten
Hände haben ihm beim Handysuchen jedoch nichts geholfen, er hatte es nämlich
daheim vergessen. So also stieg er in sein Auto und fuhr sich selbst nach
Hause. Ob es sich dabei um einen Gangschalter oder Automaten handelte, ist mir nicht
bekannt. Ins Krankenhaus wurde er auf alle Fälle mit einem Rettungshelikopter
geflogen.
Und heute noch diese Meldung: In Süditalien erschoss ein
Sohn seinen Vater auf der Jagd. Im Bereich eines Nationalparks waren die beiden
Jäger auf der Wildschweinpirsch. Und irrtümlich habe er den Vater als
Wildschwein gehalten und ihn mit einem Bauchschuss getötet. Weil das Jagen nach
Wildschweinen aber in jenem Park verboten ist, muss ich mir das so vorstellen:
Papà, heut Nacht gehen wie wieder in den Parco nazionale. Mamma, wo sind die
Jagdanzüge? Und so stülpten sich Vater und Sohn die aus dem Fell der
letztjährig erlegten Wildschweine eigenhändig genähten Wildschweinkostüme über,
schnappten sich die Gewehre und
verschwanden in der dunklen Nacht. Päng! Nächstes Jahr darf dann die Mamma mit.
Freitag, 1. Februar 2019
Geschlechtergerechte Sprach*in
Die Stadtverwaltung von Hannover hat eine Empfehlung zur
geschlechtergerechten Verwaltungssprache herausgegeben. Die bis anhin
gebrauchte Binnen-Innen Lösung fällt aussen weg. Also die MitarbeiterInnen gibt es so
nicht mehr. Nun wird ein Gender-Stern gesetzt, wo eine «geschlechtsumfassende
Form» nicht möglich ist. Die Ingenieurin, der Ingenieur werden zu der*die
Ingenieur*in. Vor lauter Sterne sieht man kaum mehr das Geschlecht. Und Kolleginnen
und Kollegen schreibt sich neu Kolleg*innen. Ob das dem Kollege gefällt oder
nicht. Hingegen wo die geschlechtsumfassende Form möglich ist, soll nur diese
zum Einsatz kommen: Aus dem Rednerpult wird ein Redepult, Lehrerinnen und
Lehrer sind jetzt Lehrende und die oben erwähnte Mitarbeiterin oder der
Mitarbeiter heisst nun schlicht Mitarbeitende. Die Einwohner von Hannover mutieren zu Hannovernden. Eigentlich ganz einfach.
Das wirkt vielleicht ein wenig verkrampft, aber hey, es ist
ja alles freiwillig. Schwierig wird es für den Lesenden, wer beim Üben noch
gerne ins alte Muster*in zurückfällt. So wie die Zürcher Aduno Gruppende heute
in einem Stellendeninserat*in:
Ich sehe schon Sterne, wos gar keine gibt. Aber vielleicht
suchen sie auch Mitarbeitende, die*der sich das
Geschlechtende zu 50% aufteilen wollen. Ich frag mal beim Hannovernden in der*die
Stadtverwaltenden nach.
Mittwoch, 9. Januar 2019
#janu_hairy – Frauen, lasst euer Fell wachsen!
Der Trend ist ja so zuverlässig wie der Bumerang. Er kommt immer
wieder zurück. Die Rüeblihose oder der tiefsitzende Bund, die Radlerhose oder
die weisse Socke. Das Hawaiihemd oder der Schnauzer. Alles schon gehabt und
doch wieder neu entdeckt.
Und rechtzeitig zum winterlichen Januar kommt genau dieses wärmende
Objekt zurück. Das Haar. Direkt unter unsre Achseln gesetzt oder an
unsre Beine, Hauptsache flauschig, natürlich und spriessend. Jawoll. Das Haar
feiert sein Comeback und wird nicht mehr morgendlich schamlos
–
hab ich Scham gesagt?
–
unter der Dusche
ausradiert und wegrasiert. Nein, es darf so bleiben wie es ist, nämlich
ein ernstzunehmendes Bestandteilchen des, Achtung, weiblichen Körpers. Ein
Stück ich. Oder du. Quasi Emanzipation, indem wir uns der Rasur verweigern! Les
Gillettes jaunes!
Laura Jackson, eine 21jährige junge Engländerin (eine
Französin wäre jetzt natürlich passender, aber gegen die Fakten kannst du ja fast
nicht anschreiben!), hat nun die Aktion #janu_hairy ins Leben gerufen und dem eben
einen Hashtag vorne hingesetzt, denn nur so emanzipiert sich das Achselhaar
ohne sich zu schämen, sonst würds ja Schamhaar heissen. OMG. Schon wieder dieses
Wort. Zurück zu Laura, sie ruft: Frauen, lasst den ganzen Monat Januar eure
Haare wachsen, wo auch immer sie wollen und dokumentiert dies fleissig auf
Instagram!
Ja klar, was nützt dir die ganze Wolle unter den Achseln, zwischen und
an den Beinen, wenns nicht viral geht? So also posten schon ganz viele Frauen ihre zarte, haarige Pracht
hier und dort, ein erstes Ächselchen hier, ein Beinchen dort. Noch sind wir nicht
mal in der Mitte des Monats angelangt, daher alles flaumig, flauschig,
voll im grünen Bereich. Jedoch, seid gewarnt, bis zum Ende des Monats müssen
wir uns auf struppige Zeiten einstellen, aber hey, die Harten kommen in den
Garten, und wo spriesst es mehr als dort?
Nun, versteht mich nicht falsch, ich bin für die Freiheit,
auch für diejenige der Haare, bin für den schnurrenden Damenschnurrbart, für wärmende
Körperteile, hab gerne Haare, am liebsten wallendes auf dem Kopf, das wurde mir zwar
versagt, also kann ich wählen, hat der liebe Gott gemeint, wo ich mir denn
sonst kräftiges Haar wünsche und nein, ich bin mir sicher, dass ihr das nicht
sehen wollt. Unter keinem Hashtag.
Samstag, 29. September 2018
Und zack, die Autotüre selbst zugeschlagen!
Welche Aufregung in den letzten Tagen im Königreiche England!
Die Herzogin Meghan war ohne ihren Gemahl, ihr wisst schon, Prinz Harry, ein Enkel
der Queen Elizabeth, der an sechster Stelle der britischen Thronfolge steht, die
Meghan also alleine unterwegs in einer Limousine auf dem Weg zu einer Eröffnung
irgendeiner Ausstellung in London. Und nein, der Tumult im Königsstaat nicht,
weil die Meghan die Limousine selbst gesteuert hat, aber Obacht, nicht weniger brisant, sie hat beim Aussteigen aus dem Fahrzeug doch tatsächlich...
Schwierig zu erklären. Und in Worte zu fassen.
Doch ich versuchs: Die Limousine fährt vor. Ein Mann im Smoking
begrüsst Meghan und schüttelt ihre zarte Hand, schaut ihr dabei tief in ihre
dunklen Augen und danach lange hinterher, wie sich ihre schlanken Beine in den
hübschen, absatzträchtigen Schuhen beim Weglaufen trittsicher auf dem Boden
vorwärtsbewegen. Respekt, hat er sich dabei gedacht, auf solchen Dingern könnte
er nie laufen...
Muss er auch nicht! Seine Aufgabe war klar: Ich öffne die
Autotüre der Herzogin, begrüsse sie und dann: Schliesse ich hinter ihr die
Autotüre wieder zu!
Und die Herzogin? Sie nimmt die Hand des Herrn im Smoking entgegen,
lächelt und – Achtung, passt auf (!) – schliesst mit der anderen Hand
nonchalant die Autotüre selbst zu! Skandal!!!! Unmöglich! Geht ja gar nicht!
Die Herzogin und Ehefrau des Prinzen und Thronfolgeanwärter Nummero sechs schliesst
eine Autotüre!! Selbst!!! Wo sind wir denn?
Im Königreich England. Genau. Das sonst keine Probleme hat.
Höchstens vielleicht noch es bitz Brexit.
Und was sagt das uns Normalsterblichen? Knallen wir doch
weiterhin unsre Autortüren selbst zu, aber hey, fühlen wir uns dabei einfach
ein wenig königlich. Cheers!
Dienstag, 7. August 2018
Der letzte Bikini-Schrei: Upside down
Das italienische Model Valentina Fradegrada – wie, noch nie
von ihr gehört? – hat einen neuen Trend erfunden: Das Bikini-Oberteil verkehrt
herum tragen! Ach so, sie ist die Erfinderin von diesem sensationellen Hype?! Dabei
wars, unter uns gesagt, ja bloss ein Versehen, wie bei ihrer dreijährigen Nichte,
beim ersten Versuch so ein Oberteili alleine anzuziehen. «Schau, Zia Valentina,
ich habs geschafft!», soll sie stolz gesagt haben. Die Tante wollte das Maitli natürlich
nicht enttäuschen und stülpte ihren Bikini ebenfalls verkehrt über. Und wow, so viel
eigene Brust hatte sie noch nie gesehen! Schnell ein paar Fotos davon auf Insta
ihren Freundinnen zugeschickt und schon trugen auch sie alle das Bikini zunderobsi.
Mit «verkehrt herum» meint Valentina nicht, dass die
Körbchen auf dem Rücken getragen werden, nein, sondern, dass die Träger unterhalb
des Busens verknotet werden, der Verschluss liegt also oben und zack,
erscheinen die Brüste grösser. Hä? Capisci? Dazu hat die fleissige Influencerin Fradegrada
ein Instagram-Profil erstellt: @upsidedownbikini_official. Damit eben jeder
erfahren kann, wie das auszusehen hat. Wie das Schnüren unterhalb der Brüste diese
zu einer imposanteren Oberweite aufquellen lässt als die ursprünglich im
Körbchen aufgefangenen. Tschäggsch? Wichtig, dass der Verschluss das Ganze nicht nach unten
drängt und so der Busen hängt. Dazu bräuchte es nämlich wieder ein neues
Insta-Profil @downboobs_oops_official. Oder @fallenfruits_official. Aber ich
bin mir nicht ganz sicher, ob das zu einem Hype reicht.
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