Samstag, 12. Mai 2012

Zum Muttertag

Also. Alle Jahre wieder. Der zweite Sonntag im Mai gehört der Mutter. Einmal im Jahr wird Mutti aus dem Altersheim geführt, am Rollator zum offerierten Wienerschnitzel geschoben, danach zu einer Verdauungsrunde in den Park geschleift. Tipptopp. Das Gewissen des Sohnes ist beruhigt, Mutti hat die ganze Zeit gelächelt, selbst, als sie zum Abschied dem davonbrausenden Auto hinterher winkt. Auch sie glücklich, dass dieser Tag wiederum hinter ihr liegt.
Natürlich verdients Mutti, dass man sich zumindest einen Tag lang um sie kümmert. Ein Dankeschön für die vielen aufopfernden Stunden, Wochen, Monate, die sie für ihre Familie durchs Jahr hindurch geleistet hat. Die Schwedin Anna Wahlgren zum Beispiel hat als neunfache Mama einen Bestseller darüber geschrieben. Ein Ratgeber für Mütter und Väter, quasi die schwedische Antwort auf Remo Largos ‚Babyjahre’ und ‚Kinderjahre’, ohne diese zwei Bücher ist ein Grossziehen der Kinder in der Schweiz heutzutage sowieso nicht mehr möglich. Item. Frau Wahlgren hat also sensationelle Tipps zur Erziehung parat: Wenn das Kind abends nicht ins Bett will, dann soll es halt nicht. Es wird auf ein Stühlchen im Flur gesetzt, in Hör- jedoch nicht Sichtweite der Eltern. Dort soll der Sprössling ausharren, bis er vor lauter Müdigkeit vom Stängelchen, bzw. vornüber vom Sesselchen fällt. Jahre später übrigens hat eine Tochter Wahlgrens die Mutter angezeigt. Kindsmisshandlung lautet das Verdikt. In Schweden hat mindestens jedes zweite Kind eine bleibende Beule an der Stirn, klagt die Tochter. Sie selbst ebenso.
Mütter habens wirklich nicht immer einfach. Für alle pausenlos da zu sein, an alles zu denken, der Motor der Familie zu sein. Kürzlich hat sich eine Familienmanagerin vom Zürichberg in einer Tageszeitung geäussert, wie wichtig es ist, dass sich Frauen und Mütter vermehrt in den Mittelpunkt stellen. Effektives Zeitmanagement heisst dazu das Zauberwort. Der Haushalt lässt sich prima mit einem Karteikastensystem einteilen. Jeden Tag eine Karte ziehen, Bücherregal entstauben, Fenster putzen, Backkofen reinigen etc. und diese Aufgaben dann gezielt der Putzfrau zuteilen. Während die Nanny sich grad draussen mit den Kindern abrackert. So gesehen gibt das nicht nur theoretisch mehr Freiraum für Mutti, sondern auch praktisch. Unsereins fehlt vielleicht höchstens der entsprechende Geldbeutel dazu.
Apropos Management: Victoria Beckham, prominente Vierfachmutter, erfolgreiche Modedesignerin und reiche Ehefrau eines Flankenkönigs, soll ihren Sohn Brooklyn zur Schule gefahren haben, dabei eine vermutlich eher einseitige Konversation geführt, vor dem Schulhof ihm einen Abschiedskuss aufdrücken wollen und habe erst dort realisiert, dass sie bloss seinen Kindersitz eingepackt, Brooklyn jedoch zu Hause vergessen hat. Soviel dazu.
Einen schönen Muttertag euch allen!

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