Cher
Monsieur Berset. Jetzt wirds locker, titelt der Blick, Beizen auch
innen offen, Events innen mit 100 und draussen mit 300 Personen möglich!
Mais, vous disez, das passiert nur, wenn wir vorsischtisch bleiben!
Mais ouiii, klar doch, wir werden uns ab dem 31. Mai innen in den
Restaurants allerhöchstens zu viert an einen Tisch setzen. Et oui, wir
werden die Masken selbstverständlisch am Tisch tragen! Nur wenn wir
konsumieren, werden wir sie lässig – wie unsere Sonnenbrillen – hoch ins
Haar schieben. Und subito wieder zurück über Nase und Mund ziehen, wenn
wir kauen, schlucken oder sprechen. So wird der Mundschutz gleichzeitig
zur Serviette, man muss es ja auch mal von der praktischen Seite her
anschauen. Private Feiern im Garten sind auf maximal 15 Gäste
beschränkt, c’est bon, mehr Freunde sind uns seit der Pandemie eh nicht
geblieben. Judo und Schwingen ist ohne Maske erlaubt, wenn höchstens zu
viert, der Swinger im Club jedoch muss sich noch gedulden, egal in
welcher Formation. Auch Tanzveranstaltungen bleiben weiterhin verboten
und die Clubs geschlossen. Bei all den Lockerungen könnten Sie doch
diese ebenfalls wieder öffnen, oder? Unsere Jugend tanzt sowieso ab,
momentan trifft man sich an illegalen Raves im Wald. Corona-konform
vielleicht wahrscheinlich eher nicht. Und: im Wald leben ja Fuchs und
Hase, die können sich vor lauter Techno Beats keine gute Nacht mehr
sagen! Alors, cher Monsieur Berset: wir müssen vorsischtisch sein, avec la
jeunesse, aber auch mit schwerhörigen Tieren, n’est pas? Merciviumau!
Mittwoch, 12. Mai 2021
Freitag, 9. April 2021
Donnerstag, 1. April 2021
Lieber Herr Berset. Die Flieger aus Brasilien landen im Stundentakt in Zürich. Willkommen Mutante P.1, tanze Samba mit mir, die ganze Nacht! Uah aha, weil Samba uns glücklich macht! Wer sagt denn, dass wir dazu einen offenen Club brauchen? Genau. Wir lassen diese lieber geschlossen wie andere Stätten auch. Dafür bitten wir brasilianische P.1-mutierte Mu-Tanten ins Land, weil ja klar, die Swiss auch leben muss. Hab ich eben leben gesagt? In Brasilien explodieren gerade die Fallzahlen, Bolsonaro lässt die Flugzeuge füllen, denn je weniger im eigenen Land bleiben, desto mehr freie Plätze gibt es auf seinen Intensivstationen, desto schöner ist seine Bilanz. Also her damit! Willkommen, Mutante P.1! Geniesse die schönen und warmen Ostertage bei uns und zeige dich mit ansteckender Freude! Eben kams in den Nachrichten: Superspreader Mu-Tante CH 1.4.21 zieht hüftschwingend ums Zürcher Seebecken. April, April?
Montag, 8. März 2021
Lieber
Herr Berset. Merciviumau!!!! Meine letzte Bestellung sind Sie ja schon
fast am Ausliefern! Seit einem Jahr schreibe ich Ihnen und wow, nun
haben Sie aber zügig gehandelt. Ab dem 15. März können sich alle gratis
testen lassen, ich würde ja sagen: endlich, aber Sie haben ja erklärt,
wie schwierig und kompliziert alles ist, daher sage ich: Hauptsache, wir
testen überhaupt! Und impfen! Da sind sie nun voll auf Kurs und müssen
gar nicht mehr mit Sputnik zum Mond fliegen. Das Geld brauchen Sie ja
jetzt fürs Testen, über eine Milliarde Franken lassen Sie sich das
kosten. Und uns. Lieber Herr Berset, da Sie also auf Bestellungen besser
reagieren als auf gewöhnliche Schreiben, würde ich gerne wieder etwas
ordern: Für unsere Jugend etwas Rückkehr in die Clubs und für uns Alten
ein paar offene Restaurants. Das wärs im Moment. Merciviumau!
Mittwoch, 24. Februar 2021
Lieber Herr Berset. Also gut, Sie haben entschieden. Egal, wie und was die SVP von Diktatur polterte, Sie ziehen es demokratisch durch. Sie lockern es bitzli: Sport und Kultur ist für U-20 wieder möglich. Ü-21 hockt aber weiterhin bei uns zu Hause. Museen dürfen öffnen, hingegen Kulturbetriebe nicht. Hä? Und: Restaurants bleiben geschlossen. Wir sitzen auch bei Frühlingswetter auf unserer Terrasse und niemand fragt uns, was wir denn gerne hätten? Nun, ich sage es Ihnen, was ich bestellen würde: Herr Ober(set), bitte zur Vorspeise testen, testen testen, zum Hauptgang ein funktionierendes Contact Tracing und als Dessert einmal Biontec. Als Supplement eine zweite Impfung vielleicht für den robusten Ueli Maurer. Und eine weitere für die übrigen Bundesräte. Gerne auch eine Sputnik, die schiesst euch dann zum Mond. Merciviumau.
Mittwoch, 17. Februar 2021
Lieber Herr Berset. Jetzt haben Sie wieder mal Klartext gesprochen – unter Ihrer Maske. Läden gehen auf, wir dürfen wieder Strumpfhosen kaufen und nicht nur Schrauben und Akkubohrer wie bis anhin. Yeah! Buchhandlungen öffnen, Gott sei Dank, das ist für mich ja die beste Nachricht. Und Museen! Bibliotheken! Und die unter 18jährigen, denen die Decke auf den Kopf fällt, die dürfen sich wieder zu Fünfzehnt am Bahnhof Stadelhofen treffen, um sportlichen und kulturellen Anlässen nachzugehen. Na, dann Prost! Diejenigen, die über 18 sind, denen macht ja zum Glück die ganze Situation nichts aus, ihnen mangelts an nichts. Ha ha, wir haben übrigens einen 21jährigen daheim, ich schick ihn gerne ein paar Tage zu Ihnen nach Hause, cher Monsieur Berset. Uns Alten fehlt im Prinzip ja einzig der Gang zum Lieblings-Restaurant. Doch bis dieses öffnen darf, braucht es nur eine Impfquote, die mit dem R-Wert multipliziert, durch die Inzidenz dividiert und von den Coronafällen subtrahiert wird, dann noch die Belegung der Intensivbetten hoch die britische Mutationsrate mal Südafrika minus Brasilien. Wurzel Quarantänetage. Das bisschen Stochastik ist doch voll easy, ergibt 1. 4.! April, April!
Donnerstag, 4. Februar 2021
Cher Monsieur Berset. Bis wir genügend Corona-Impfstoffe für die ganze Bevölkerung zur Verfügung haben, bleibt uns ja noch es bitz Zeit, uns ein paar Gedanken zu machen, welche bereits wissenschaftlich belegten Nebenwirkungen uns beeinträchtigen könnten, n’est-ce-pas? Da wäre zum Beispiel die Unfruchtbarkeit, die bereits ab der ersten Impfung eintritt. Für die Risikopatientinnen in den Altersheimen eine schockierende Nachricht und hat viele Bewohnerinnen verunsichert. Doch wie Hedi A. (97) aus der Seniorenresidenz "Lueg-in-Himmel" sagt: Dieses Risiko gehe ich ein! Brisant auch: Beim Impfen werden Zweifel-Chips von Bill Gates unter die Haut gespritzt, die uns dann ständig verängstigen und manipulieren. Die daraus resultierenden Daten werden subito um die Welt geschickt, also das heisst einmal bis zum Ende der Scheibe und wieder zurück. Dort landen sie direkt auf Ihrem Server, cher Monsieur Berset, und Sie haben danach die totale Kontrolle über uns. Aber da Sie und der ganze Bundesrat eh bald durch ausserirdische Echsenmenschen ausgewechselt werden, ist alles halb so schlimm. Il n’y a pas de raison d’avoir peur oder auf deutsch: Sie verteilen ja demnächst für jeden einen Aluhut. Merciviumau!