Dienstag, 1. Dezember 2015

Wo ist sie denn, die gute Fee?

Was für eine Anzeige! Eine Fee gesucht! Mit Herzblut und Freude, so stehts geschrieben, wie gemacht für mich! Denn wir Feen bestehen aus nichts anderem als aus Herzblut. Und Freude. Die gewünschte Fee also soll in ein exklusives Haus bei Luzern entschweben. „Bei“ Luzern ist natürlich nicht „in“ Luzern. Aber, unter uns Feen, über solche Details zwinkern wir locker hinweg, wenn der Rest stimmt, nicht wahr? Ein stilvolles Ambiente zaubern? Sauber sein? Den Blick fürs gewisse Detail haben? Easy. Gehört zum Feen-ABC. Der Arbeitgeber ist cool, kultiviert und dynamisch. Zudem hat er auch einen Rücken. Einen breiten vermutlich. Durchtrainiert. Grrrr. Diesen soll die Fee ihm freihalten. Klar. Feen lieben den Rücken freihalten. Gleichzeitig ein Händchen haben für ...? Na, na, liebe Fee, eine Schelmin, wer an was anderes denkt, das Händchen haben wir bloss für exklusive Garderobe. Sicher doch. Pelzmäntelchen und Lederstiefelchen gehören schliesslich zur Grundausrüstung aller Feen. Die Lackfeen geben gar noch einen drauf und ich bin mir sicher, dass der coole, kultivierte Unternehmer mit ihnen auch darüber dynamisch verhandeln kann. Natürlich sollen administrative Arbeiten nicht zu kurz kommen, immer dann, wenn der Arbeitgeber rückenfrei die Fee zum Diktat auf seinen Schoss bittet. Die Fee darf übrigens gerne dort vor Ort bei Luzern nächtigen, wenn der Herr des Hauses ausser selbigem ist, weil sich dann nämlich seine Tiere einsam fühlen. Der Rottweiler und die Piranhas im Aquarium. Für eine Fee kein Problem, denn eine Fee liebt alle Geschöpfe. Selbst solche scharfe. Und sollte der dynamische und kultivierte Monsieur spontan ins Heim zurückkehren, hat er in seinem Mahagonischrank sicher die eine oder andere Lederpeitsche, um den Rottweiler aus der Fee zu treiben. Und allerspätestens hier bin ich keine Fee mehr und der Job also nichts für mich.

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